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Neuigkeiten

Wie schon früher angedeutet, haben sich bei mir einige Dinge geändert. So bin ich nicht mehr als minderbezahlter SklaveTutor angestellt, sondern jetzt als echter Mitarbeiter mit einer (derzeit) halben Stelle. Das eröffnet natürlich neue Möglichkeiten, wie z.B. Schlüsselgewalt, Parkberechtigung sowie eigenverantwortliche Bestellungen und nicht zuletzt mehr Geld, bringt aber auch Dinge wie Urlaubs- und Überstunden-Regelungen mit sich.

Aber für mich ist das ein Schritt nach vorn und zeichnet auch schon den Weg vor, der sich mit Abschluss des Diploms im Frühjahr des nächsten Jahres ergibt.

iSCSI und Openfiler

Will man richtig virtualisieren, kommt man um ein SAN nicht herum, denn alle Virtualisierungsmethoden, die mit mehr als einem Host funktionieren, brauchen ein gemeinsames Block-Backend für die Datenspeicherung, wenn man LiveMigration (oder auch VMotion bei VMware genannt) nutzen will.

Für den Test am Anfang muss man aber nicht gleich 100.000€ ausgeben, es geht auch mit weniger.

Ich hatte einen älteren Server (Dual-CPU, 2.4GHz, 2GB RAM, ICP-Raid-Kontroller, 10 Platten, 2xIntel-GBit-NIC) "übrig", den ich zum iSCSI-Target umfunktionieren wollte.

Früher hatte ich schon einmal mit IET, dem iSCSI-Enterprise-Target sowie seinem Gegenpart, dem Open-iSCSI Initiator gespielt, weiss also, dass es geht und dass die Performance ausreichend ist, aber ich hatte keine Lust, den ganzen Kram wieder manuell zu machen, also musste etwas fertiges her.

Und hier kommen Projekte/Produkte wie Openfiler ins Spiel.

Openfiler ist die einzige mir bekannte fertige und kostenneutrale Lösung, die iSCSI bietet, also war die Wahl nicht schwer.

Openfiler ist eine auf rPath-Linux basierende NAS/SAN Appliance, die nicht nur iSCSI, sondern auch andere Protokolle spricht (NFS, SMB/CIFS, FTP, HTTP/WebDAV, etc.)

Schnell Version 2.2(respin2) heruntergeladen, CD gebrannt, gebootet.

Die Installation geht schnell von der Hand, negativ fällt mir nur auf, dass es keine sinnvolle automatische Partitionsmethode gibt, sondern man manuell die drei Partitionen (/boot, Swap und /) nach der Anleitung anlegen muss.

Nutzt man hier die automatische Partitionsmethode hat man eine riesige Partition für /, aber nichts mehr übrig für die eigentliche Aufgabe, nämlich als Filer zu dienen.

Das ist aber mein einziger Kritikpunkt hier.

Ernüchterung nach dem Reboot: Der Standard 2.6.19-Kernel schmiert bei 32bit-SMP-Systemen ab und bootet erst gar nicht. Das Problem ist schon seit langem bekannt, wurde aber nicht behoben, obwohl es ein einfaches wäre, eine neue Install-CD zu erzeugen.

Tief im Forum bekomme ich den Hinweis, dass auch ein UniProzessor-Kernel im System ist man einfach im GRUB den Pfad anpassen möge, worauf das System auch startet.

Administriert wird Openfiler über ein halbwegs gefälliges Webfrontend, wenngleich mir das hin und her gespringe bei der Volume-Verwaltung ein wenig zu ungeordnet erscheint.

Das Update des Systems kann auch über das Interface erfolgen, ich nutze aber die andere Methode über einen direkten SSH-Login.

Hierbei wird dann der Kernel aktualisiert (der neue löst das SMP-Problem aber auch nicht) und dann gleich das iscsi_trgt deaktiviert.

Installiert man dieses erneut, wird wiederum ein anderer, nicht ganz so aktueller Kernel installiert, der immerhin wieder als non-SMP-Version vorliegt.

Hierbei kann ich auch erste Erfahrungen mit "conary", der Paketverwaltung von rPath sammeln.

Als apt-get/aptiude vewöhnter Mensch erscheint mir diese aber recht rudimentär, gerade was die Suchfunktion angeht. Dafür bietet es aber automatische Rollbacks/Snapshots, etwas, das apt-get/aptitude immer noch fehlt.

Aber zurück zu iSCSI.

Die Volumes sind schnell eingerichtet, namens iscsi_test01 und iscsi_test02.

Und der iSCSI-Kenner wird hier gleich einen ersten Fehler erkennen: _ sind in IQNs nicht erlaubt, Openfiler fängt das aber nicht ab, so dass man hier erst einmal vor die Wand läuft. Interessanterweise interessiert sich Open-iSCSI unter Linux nicht dafür, während der Microsoft Initiatior sich mit einer (irreführenden) Fehlermeldung, aber völlig zurecht, beschwert.

Nach der Korrektur der Namen in test01 und test02 gehe ich hin und konfigurere auf meiner zweiten Maschine den Initiator.

Discovery mit SendTargets war kein Problem, aber nach dem Login auf das Target passiert gar nichts. Keine neue Platte, kein Blockdevice, lediglich die lapidare Meldung, dass es jetzt scsi2 als Host-Adapter gibt.

Verdächtig, aber kann ja ein Problem mit Linux sein.

Als dann der Microsoft Initiator ebenso zwar einen neuen Host einbindet, aber auch kein Volume anbietet, habe ich genug.

Ich werfe Openfiler vom System, installiere in einfaches Debian Etch, installiere das iscsitarget und konfiguriere mein LV und die ietd.conf von Hand und siehe da: Es geht.

Sorry, Openfiler, aber du bist meiner Ansicht nach noch nicht reif.

Die Webseite sagt "Openfiler is a serious tool meant for professional systems administrators with a keen desire for the ability manage network storage in an efficient and cost-effective manner.", aber dem kann ich nicht zustimmen.

Wenn Bug-Reports seit Monaten unbeantwortet sind, sich die Entwickler kaum im Forum präsent zeigen und sich auf den "Send money, get answer"-Standpunkt zurückziehen, dann kann ich das Projekt nicht ganz ernst nehmen.

Desweiteren heißt es: "Openfiler allows you to build a Network Attached Storage (NAS) [...] in less than 10 minutes of installation time."

Mag sein, aber ich das Debian Etch war auch in 20 Minuten installiert und in weiteren 20 Minuten konfiguriert und einsatzbereit.

Hier zum Abschluss noch ein Ergebnis von bonnie++ mit meinem derzeitigen komplett unoptimierten Testaufbau:

Version 1.03b       ------Sequential Output------ --Sequential Input- --Random-
-Per Chr- --Block-- -Rewrite- -Per Chr- --Block-- --Seeks--
Machine Size K/sec %CP K/sec %CP K/sec %CP K/sec %CP K/sec %CP /sec %CP
init 4G 26029 20 17701 9 40078 11 198.1 0
------Sequential Create------ --------Random Create--------
-Create-- --Read--- -Delete-- -Create-- --Read--- -Delete--
files:max:min /sec %CP /sec %CP /sec %CP /sec %CP /sec %CP /sec %CP
1024:40000:800/256 884 19 317 2 12177 52 876 19 53 0 277 1

InterServ AG FZE auf der Pirsch

Man kennt ja die Portal im Web, die einem einen Lebenserwartung- oder Führerschein-Check anbieten. Allesamt sind dies Fallen für unbedarfte Internet-Surfer, die sich dort leichtgläubig anmelden und dann später eine saftige Rechnung über die Leistung erhalten.

Allen diesen Seiten gemein ist, dass die Kosten rechtswidrig in den schwer zu lesenden AGBs versteckt sind und darüberhinaus die Kostenpflichtigkeit des Angebots nach Kräften verschleiert wird.

Siehe auch den c't Artikel in 20/2007: http://www.heise.de/ct/07/20/090/default.shtml

Viele Leute lassen sich einschüchtern und zahlen, denn man hatte ja auf einer Webseite die Daten eingegeben.

Und jetzt die Überleitung: Was hatte ich heute im Briefkasten? Ja, genau, eine Forderung der "InterServ AG FZE", durchgeführt von der "Deutschen Inkassostelle", alles beide keine Unbekannten in dem Feld.

Ich hätte angeblich am "Projekt: Lebenscheck" teilgenommen und solle jetzt 99€ plus Gebühren, zusammen 131,11€ zahlen.

Aber: Im gegensatz zu den unbedarften Surfern aus dem Anfang des Eintrages weiss ich Bescheid und habe niemals auf einer solchen Seite meine Daten eingegeben (ich bin ja nicht komplett bescheuert!).

Dazu kommt noch, dass sich ein Tippfehler in der Adresse befindet und so umnachtet kann ich gar nicht sein, dass ich meine eigene Adresse so falsche eintippen würde.

Nach Rücksprache mit der Verbraucherzentrale werde ich diese Aufforderung ignorieren, denn wenn die Jungs von mir Geld sehen wollen, dann müssen sie a) die Forderung beweisen (was ihnen schwer fallen dürfte) und b) dann vor Gericht einen Titel gegen mich erwirken.

Und dies läuft ja grundsätzlich gegen das Geschäftsmodell dieser Leute, welches darauf baut, dass sich die Opfer von der Drohkulisse einschüchtern lassen und zahlen.

Empfehlenswert ist hier als Merkblatt der Flyer der Verbraucherzentrale Hessen: http://www.verbraucher-zentrale-hessen.de/download/internetabzocke.pdf